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Musik vom Feinsten

GuitArtist-Quartett überzeugte mit meditativen Klängen und schwungvollem Tango

Schon vor Beginn seines vierten Konzertes klangen die Töne des GuitArtist-Quartetts leise durch die Marienkirche. Die Veranstaltung lockt von Jahr zu Jahr mehr Zuschauer an. Das Quartett, bestehend aus Guy Bitan, Ludger Bollinger, Peter Brekau und Ingo Brzoska, bot bereits beim Einspielen Gitarrenmusik vom Feinsten.

Das Konzert begann mit dem Stück „Bonjour de la Ruhr“, das anlässlich einer CD-Produktion im Rahmen der RUHR 2010 von Guy Bitan geschrieben wurde. Die nächsten vier Lieder schrieb der englische Komponist [John Dowland] eigentlich für Sologesang oder Gesang mit Instrumentalbegleitung. Doch die Musiker bearbeiteten die Stücke so, dass sie die Möglichkeit hatten, ihre ganze Fingerfertigkeit in den abwechslungsreichen Stücken vorzuführen.

Opulent, aber angenehm

Mauro Giuliani war einer der größten italienischen Gitarrenvirtuosen. Für viele gilt er als „Mozart der Gitarre“ – ein Ruf, dem er mit der Komposition des Grand Concerto op. 30 nachkam. Der erste Satz des Werkes, vorgetragen von den vier Gitarristen, wirkte zwar immer noch sehr opulent, doch in der wunderbaren Akustik der Kirche nicht unangenehm.

Das Gegenteil zu dem Wust an Tönen bildete das Stück „dich in allen Dingen“ (Teil II). Die Grundgedanken des Stückes von Kunsu Shim sind Stille und Einfachheit, die in Anbetracht des zuvor gespielten Stückes erholsam und interessant zugleich waren. Die Ton- und Akkordfolgen sind meditativ und immer wieder von Pausen unterbrochen und verbinden so die Musikvorstellungen von Europa und Asien.

Der in Tunis geborene Komponist Roland Dyens schrieb unter anderem die „Hamsa“, eine Sammlung von Stücken, die er in Anlegung an ein kulturelles Zeichen in Nordafrika benannt hat. Unter „Hamsa“ versteht man die Hand der Fatima, ein Symbol des Schutzes gegen böse Blicke. Die dazugehörigen Werke für vier Gitarren sind frisch, und besonders „Tunis, Tunesie“ klang sehr orientalisch.

Einflüsse des Flamenco

Den Abschluss bildete „Comme un Tango“ – „Wie ein Tango“ – von Patrick Roux. Der kanadische Komponist vermischte Einflüsse des Flamenco und des Tango argentino zu einer schwungvollen Tanzmusik.

Anna Inhetveen, RN 19.07.2011