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Grandioses Quartett spielt im Planetarium

Handgemachte Musik unterm Sternenhimmel: Was für ein romantisches Bild. In loser Regelmäßigkeit lädt das Planetarium zur musikalisch untermalten Reise durchs Universum ein – kürzlich mit dem grandiosen Quartett "GuitArtist". Grandios deshalb, weil es den vier Gitarristen mühelos gelingt, ihr Konzert als atemberaubenden Trip zu gestalten.

Die Reise beginnt mit einem Blick auf den an die Decke das Planetarium projizierten Nachthimmel. Dann verlassen wir die Erde, später auch das Sonnensystem. Musikalisch startet die Reise im Barock mit Johann Pachebels "Kanon": dieser ist eigentlich eine Orgel Komposition, Passagen daraus tauchen jedoch immer wieder in der Popmusik auf, etwa in David Bowies "Changes" oder im Beatles-Song "In my life".

Und so geht der Wechsel vom 16. Jahrhundert in die Moderne fast unbemerkt von statten: Ingo Brzoskas "Pastourelle" fügt nahtlos ins Gesamtprogramm ein. Und so wie der Betrachter abschließend das Sonnensystem, da unsere Milchstraße optisch verlässt, so verlassen auch die Gitarristen zum Abschluss alle ausgetretenen Wegen: Guy Bitans "Hommage à Dave Brubeck" wagt sich in ekstatische und doch harmonische Gefilde der Avantgarde.

Dominik Lenze, WAZ, 30. August 2016