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„GuitArtists“ spielen mit Gefühl und Ausdruck

Beachtliches Konzertprogramm

Mit einem Neujahrswunsch begrüßte Hermann Reinbold, Vorsitzender des Bürgervereins Hof Jünger, seine Gäste zur ersten Veranstaltung des Kulturzentrums in diesem Jahr. „Wie ich hörte, sagt man das nicht mehr, ich mache es aber trotzdem und werde es auch nicht lassen“, bemerkte er launig.

Das Programm war beachtlich, und es begann auch gleich furios mit dem Gitarren-Quartett „GuitArtist“ mit den Solisten Ingo Brzoska, Ludger Bollinger, Peter Brekau und Guy Bitan. Das Motto des Konzertes war „Inspiration Barock“. Unter diesem Motto haben die vier Musiker ein neues Programm erarbeitet, das sie an diesem Abend zum ersten Mal aufführten. „Nachdem wir seit 2010 ganz neue Musik gespielt haben, kehren wir damit zur alten Musik zurück. Die Stücke unseres Programms haben entweder mit Bach oder mit von ihm inspirierter Musik zu tun.“

Dazu mussten bekannte Stücke für Gitarre neu arrangiert werden. Los ging es mit der „Sonate E-Dur“ von Domenico Scarlatti, gefolgt von der „Sinfonia E-Dur“ von Johann Sebastian Bach, neu interpretiert von Sergej Rachmaninoff und adaptiert von Peter Brekau. Die vier Gitarristen spielten die Stücke gekonnt professionell und mit viel Gefühl und Ausdruck. Ein Neuarrangement von Ravels „Le Tombeau de Couperin“ von Maurice Ravel entpuppte sich als sehr interessant. „Es ist ein musikalischer Nachruf auf Couperin“, erklärte Brekau. „Ursprünglich für Klavier komponiert, wurde es dann von Ravel zu einer Orchesterversion umgeschrieben. Daran orientiert sich dann meine Fassung für Gitarre.“

Bach „Präludium und Fuge A-Moll“ nannten sie einen „dicken Brocken der Barockzeit“, der viele „kompositorische Tricks“ enthält. Ein Kleinod waren die von Ingo Brzoska komponierte „Pastourelle“ und die „Toccatina“ als ein „motorisch bewegtes Stück“ angekündigt, was es dann auch war. Die folgende „Aria aus Bachianas Brasileiras“ von Heitor Villa-Lobos sind eine „Widmung an Bach“, die der Komponist für Sopran und Gitarre geschrieben hat. „Singen werden wir aber nicht“, sagten die Musiker mit einem Schmunzeln. Als Zugabe spielten sie ein Stück aus der Feder von Guy Bitan: „Bonjour de la Ruhr“.

Dorstener Zeitung, 14. Januar 2014