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Eine musikalische Zeitreise

Das GuitArtist Quartett zu Gast bei den Sythener Gitarrentagen

Wenn das GuitArtist Quartett spielt, dann ist das Musik auf höchstem Niveau. „Ich habe das Quartett unter einem sternenübersäten Nachthimmel gehört – im Planetarium“, verriet Dr. Horstfried Masthoff, der Organisator der Gitarrentage, seinem zahlreichen Publikum am Sonntagabend im Schloss Sythen. Er war von den Musikern so überzeugt, dass er sie gleich zu den Gitarrentagen einlud. Guy Bitan, Ludger Bollinger, Peter Brekau und Ingo Brzoska sind professionelle Virtuosen, die in Sythen Gitarrenmusik aus unterschiedlichen Epochen vortrugen. „Zeitreise“ nannten sie daher ihr Programm, mit dem sie ihre Zuhörer in die Zeit der Renaissance, des Barock und der Moderne entführten.

Zur Einstimmung gab es das Stück „Pavane“ von Gabriel Fauré. Arrangiert wurde es von Ingo Brzoska, ebenso wie „Dowland‘s Delight“ von John Dowland. „Dowland hat verschiedene Lieder komponiert, ich habe daraus eine eigene kleine Suite gemacht“, erläuterte Ingo Brzoska. Die vier Musiker spielten die drei Sätze der Suite interessant und ausdrucksvoll, die Zuhörer lauschten gespannt, so wie bei der ebenfalls von Ingo Brzoska komponierten „Pastourelle“. „Mehrere Komponisten haben eine Pastorale komponiert, zum Beispiel Bach“, erklärte Brzoska. Die Pastourelle entpuppte sich als ruhiges, stilles Stück mit einem Hauch von Bach. Ganz anders war das nächste Stück, ein Neuarrangement von Ravels „Le Tombeau de Couperin“ von Peter Brekau. „Es ist ein Nachruf auf Couperin“, so Brekau. „Ursprünglich für Klavier komponiert, wurde es dann von Ravel zu einer Orchesterversion umgeschrieben. Daran orientiert sich dann meine Fassung für Gitarre.“ Wunderschön waren die Wechsel der Tempi, die Variationen im Ausdruck und die unterschiedliche Dynamik zu hören.

Wieder anders war die Gitarrenfassung des „Concerto Grosso D-Moll“ von Vivaldi, geschrieben ebenfalls von Peter Brekau. „Es ist aus unserem Barockprogramm“, erläuterte er. „Man hört die Orgel heraus.“ Was dann auch tatsächlich so war. Ein bemerkenswertes Arrangement war auch das von Guy Bitan: „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert. Das Stück „Kanon und Gigue“ von Johann Pachelbel in der Fassung von Peter Brekau klang auf der Gitarre erstaunlich modern. Als Zugabe spielten sie „Bonjour de la Ruhr“, ein Musette-Walzer, den „wir sonst eigentlich immer als Begrüßungsstück spielen“, und das Stück „Be Four“ in B-Moll als Anspielung auf die Anfangsbuchstaben ihrer Namen. Musiker und Zuhörer hatten dabei viel Spaß.

Werner Wenig, Halterner Zeitung, 13. August 2013