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Brücken schlagen mit Gitarren

Neue Formation „GuitArtist“ schafft gleich mit Debüt den Sprung auf eine hohe Qualitätsebene, Konzertmatinee im Museum

Das erste Konzert nach seiner Gründung gab das Quartett „GuitArtist“ im gut besuchten Saal des Museums in Buer. Guy Bitan, Ludger Bollinger, Peter Brekau und Ingo Brzoska sind angetreten, die überregionalen Podien zu erobern. Man kann sie zu ihrer Gitarren-Kooperation nur beglückwünschen. Die Chemie stimmt, das konzertante Ergebnis war beeindruckend.

Zumal die Formation über einen ausgezeichneten Arrangeur verfügt: der Gelsenkirchener Guy Bitan weiß um die Kunst, Transkriptionen für das Gitarren-Instrument zu schreiben. Das hat er schon einige Male bewiesen. In diesem Matinee-Programm demonstrierte er zweimal die Meisterschaft im Einfühlen von Originalkompositionen. Das galt für Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ wie für Stevie Wonders „Sir Duke“ (Hommage an den Jazzer Duke Ellington).

Wobei das Schubert-Andante an Athmosphäre, Klangreichtum und delikater Umsetzung einen Glücksfall darstellt. Als hätte der Romantiker dieses Werk für Gitarren-Besetzung geschrieben!

Ziel von „GuitArtist“ sei, so betonte Sprecher Ingo Brzoska (Bottrop) zu Beginn, Brücken zu schlagen zwischen Moderne und Tradition, zwischen U- und E-Musik, zwischen Gitarrentechnik und Fremdklängen. Diese Aufgabe war fast an allen Beiträgen ganz praktisch zu hören. Denn die Gegenwarts-Komponisten wie Dieter Kreidler („Vibrations“), Carlo Domeniconi („Oyun“), Patrick Roux („Comme un Tango“), Brekau („Tango Fantasia“) und Roland Dyens („Hamsa“) liegen alle auf dieser Welle – der Begegnung der Kulturen und dem Ineinandergreifen von Damals und Heute. Handwerkliche Probleme? Die scheint die neue Formation nicht zu kennen.

Das Gelsenkirchener Konzert mit einem üppigen, jederzeit jedoch transparenten Klang wird am 25. März, 18 Uhr, in der Herner Kreuzkirche wiederholt. „GuitArtist“ wird sich, dessen kann man sicher sein, auf dem Musikmarkt behaupten.

HJL, WAZ 20.03.2007