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Gitarre mal vier

Gitarre in Quartettbesetzung-bisher eher eine Lücke im Musikmarkt. Eine Neugründung aus dem Revier hat das Zeug, auf den internationalen Zug zu springen: weil GuitArtist, so der Name des neuen Ensembles mit Guy Bitan, Ingo Brzoska, Peter Brekau und Ludger Bollinger, alle entscheidenden Merkmale mitbringt.

Da sind zunächst einmal die virtuose Schiene, die glänzend von den vier Dozenten-Musikern bedient wird, und das homogene Verständnis untereinander, das besser im Zusammenklang kaum ausfallen könnte. Das Quartett will europäische Standards setzen, nicht zuletzt bei der Musikauswahl.

So begegnet man in dieser ersten CD (Maningo LC01177/MR0108) Komponisten wie Roland Dyens, Patrick Roux, Dieter Kreidler sowie Bitan (kongeniale Bearbeitung von Schuberts „Der Tod und das Mädchen“) sowie Brekau (Tango Fantasia). Das heißt, die Gegenwart ist stark vertreten.

Musik zum Hören, mit motorischem Drive und mit melodischem Material – das ist das Ziel der Gruppe, die den Crossover-Gedanken fortschrittlich pflegt. Ob Jazz, Klassik, Pop, Kammermusik - GuitArtist findet einen mitreißenden Zugang. Das Titelstück „Hamsa“ (arabisch: fünf) des in Paris lebenden Komponisten Dyens überbrückt „spielend“ europäische und nordafrikanische Traditionen.

HJL, WAZ 02.07.2008